Cui Bono?

(DRUCKEN)

In jedem halbwegs guten Krimi geht die Geschichte in etwa so: Eine offensichtlich tatverdächtige Person rückt zunächst in den Vordergrund. Die Beweise liegen klar auf der Hand wie hingemalt. Eine überragende Kommissarin (zuletzt sind es im ÖRR meist Frauen) setzt sich über Vorurteile hinweg und stellt die entscheidende Frage: Cui Bono? – Wer profitiert denn eigentlich am meisten von dem Verbrechen? So funktioniert wohl auch echte Kriminalistik. Tatsächlich lohnt es sich, diese Frage wieder und wieder zu stellen. Die Antwort liefert oft eine ganz andere Sicht auf die Zusammenhänge, als sie die Medien verbreiten.

Kampf gegen den Klimawandel – Cui Bono?

Beim Klima liegen die wirkungsmächtigsten Interessen eigentlich klar auf der Hand. Einerseits haben Milliardenschwere Ökoindustrien ein vitales Interesse daran, eine hysterische Welle am Laufen zu halten. Ohne Subventionen sind Wind und Sonne nicht konkurrenzfähig und gigantische Investitionen müssten sofort abgeschrieben werden. Auf der anderen Seite nutzen linke Ideologen die geschürte Hysterie zum Klimawandel sehr erfolgreich auf ihrem Weg, den verhassten Kapitalismus aus der Welt zu schaffen, mit immer neuen Vorschriften ganze Wirtschaftszweige nach und nach abzuwürgen. Auch für die Kirchen stellt die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel ein willkommenes Vehikel dar, das die alten Konzepte von Hölle und Fegefeuer gleichwertig ersetzt, um Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen und zur Umkehr – wohin auch immer – und zu Gehorsam zu bewegen. Eine nahezu perfekte win-win-win-Situation, bei der nur die Bürger auf der Strecke bleiben.

Migrationspolitik – Cui Bono?

Beim Thema Migration liegt die Sache ähnlich. Natürlich sind Wanderungsbewegungen nicht zu verhindern und Zuwanderung in Maßen hat mittel- und langfristig eher positive Auswirkungen, zumindest wenn leistungsbereite und -fähige Menschen kommen. Bei der Masseneinwanderung seit 2015 gab es augenscheinlich zwei eigentlich gegensätzliche Lager, die beide ihre jeweiligen Interessen verfolgten. Die Wirtschaft glaubte an billige Fachkräfte – Stichwort „Fachkräftemangel“, den eigentlich niemand nachvollziehen kann, der hier selbst auf Jobsuche ist – , die Linken an die Erfüllung ihrer grenzenlosen Vision von der Abschaffung der Nationalstaaten, und auch die Kirchen mischen rege mit an vorderster Front, aus welchen tieferen Gründen auch immer. Bei allen Organisationen ist die versteckte Agenda die eigentlich wirkmächtige und überdeckt jedes geschriebene Regelwerk bis hin zu geduldeten, eklatanten Regelbrüchen. Diese ungeschriebenen Regeln aufzudecken ist meist schwierig bis schlichtweg unmöglich.

Corona – Cui Bono?

Hier liegen die Dinge für mich nicht klar auf der Hand, wenn man davon absieht, dass gerade Impfstoffhersteller und Labore mit Geld überhäuft werden. Letzteres würde aber nicht ausreichen, die Panik und Hysterie zu erklären, die von Politik und Medien ständig neu befeuert wird. Dass es dazu eine Alternative gibt, zeigt Schweden gerade eindrucksvoll. Auf den ersten Blick profitiert niemand von den mächtigen Spielern wirklich. Fast alle verlieren bei dem Thema. Die Wirtschaft bricht ein, Linke, Rechte, NGOs leiden, weil Demos nur noch eingeschränkt stattfinden können. Nur im Kampf gegen den Kapitalismus bringt es möglicherweise einen Nutzen. Dass eine Krise erfolgreich genutzt werden kann zum Umbau einer Gesellschaft ist eine politische Binsenweisheit. So haben die Terroristen der RAF erfolglos versucht, den Staat zu destabilisieren, um auf dessen Trümmern eine neue Ordnung zu etablieren. Die Bolschewiki haben dagegen den (für Russland verlorenen) Ersten Weltkrieg erfolgreich genutzt, um die alten Machtstrukturen zu zerstören und ihre eigene Herrschaft durchzusetzen. In diesem Sinne äußern sich derzeit linke und grüne Politiker wie Joschka Fischer1 zu ihren Hoffnungen für die Zeit nach der Krise.

Ein anderer Effekt ist aber vielleicht genauso wichtig: Die ungezügelte Geldvermehrung der letzten Jahre weltweit, vor allem seit der Finanzkrise 2008 und explosionsartig jetzt im Zuge der Corona-Maßnahmen, wird nicht nur die Investitionsgüter inflatorisch verteuern – Hauspreise sind schon auf einem noch vor wenigen Jahren unvorstellbaren Niveau –, sondern irgendwann auf die Konsumentenpreise durchschlagen. Das politische Konfliktpotential einer ungebremsten Inflation ist erheblich und kann die bestehenden Machtverhältnisse substantiell verschieben. Renten, Pensionen, Sozialleistungen würden massiv an Kaufkraft einbüßen und wären kaum noch aufzufangen. Das einzig denkbare Gegenmittel ist, die Nachfrage künstlich zu senken. Letzteres erfüllen die Maßnahmen derzeit hervorragend. Solange die verängstigten Bürger ihr Geld lieber horten, besteht keine Gefahr. Erst wenn sie auf den Gedanken verfallen, das Versprechen auf künftigen Konsum einzulösen, das mit Geldbesitz nun einmal verbunden ist, kann die Katastrophe ihren Lauf nehmen. Die Politik muss die Angst vor der Zukunft nur lange genug am Leben erhalten – Corona, Migration, Klima bieten vorläufig genug Stoff für konsumverhindernde Albträume. Danach werden andere Themen folgen.

Russland

Die Vergiftungsfälle von russischen Regimekritikern sorgen alle Jahre wieder für Schlagzeilen. Die Beweise liegen klar auf der Hand, so, als hätte der Gärtner die Gartenschere mit seinen Initialen noch im Rücken des Opfers stecken lassen und sicherheitshalber seine Visitenkarte dazu. So ist der Übeltäter von Politik und Medien immer schnell ausgemacht: Putin – wer denn sonst? Nur sei die Frage erlaubt: Wer profitiert denn eigentlich von einem solchen Mordversuch? (Und wieso überleben die Opfer überhaupt den Anschlag mit einem derart gefährlichen Nervengift?)

Die Konsequenzen gerade im jüngsten Fall schaden eindeutig Russlands Interessen. Wieso also sollte Putin so etwas veranlassen? Um Zeichen zu setzen gegen seine Kritiker? – Ein äußerst schwaches Motiv, dass keinen Kriminalisten oder Staatsanwalt überzeugen dürfte! Es sind doch auch hier ganz andere Kreise, denen die Störung der Beziehungen und die Gefährdung von Nordstream 2 ungleich mehr nützt. Mir fallen hier sofort massive amerikanische Interessen ins Auge, genauso wie polnische, ukrainische um nur einige zu nennen. Auch die russische Opposition profitiert unübersehbar von einer Diskreditierung des Präsidenten. Auch halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass ein vor Jahrzehnten entwickeltes Nervengift nur Russland zur Verfügung steht. Wie andere Waffen auch dürfte die Zusammensetzung der Chemikalie längst auch in amerikanischen und chinesischen Militärlaboren bekannt sein. Wie sonst auch hätte man den Stoff korrekt identifizieren können. Diese offensichtliche Spur kann also von mehreren Seiten gelegt worden sein. Doch wo bleibt hier die geniale Kommissarin, um die richtigen Fragen zu stellen? Die Medien versagen wieder einmal in ihrer eigentlichen Rolle.

 

Kommentar schreiben