Agent SARS-CoV-2 - mit der Lizenz zu töten!?

(DRUCKEN)

Anfangs war wohl Vorsicht geboten angesichts eines unbekannten Virus. Längst wäre es aber jetzt an der Zeit, alle Maßnahmen zu beenden, auch wenn unsere Politik dann in Erklärungsnot kommt. Immerhin sind die Zahlen für Schweden inzwischen wieder im Normalbereich1 und trotz der hochschnellenden Infektionszahlen ist in kaum einem Land eine entsprechende Übersterblichkeit festzustellen. Für den 30. Oktober meldeten die USA 91.000 Neuinfektionen, die EU dagegen mit 234.647 mehr als doppelt so viele2. Was also bringen Lockdown und andere Zwangsmaßnahmen, außer den wirtschaftlichen Totalschaden? Die Fakten sind frei zugänglich und mit etwas Aufwand von jedem in veröffentlichten Quellen zu recherchieren.

 


Abbildung 1: Quelle: EuroMOMO Graphs an maps (Stand 29.10.2020)

Während die Zahl der Infizierten stark mit derjenigen der durchgeführten Tests schwankt, ist die statistisch erfasste Gesamtsterblichkeit eine recht verlässliche Basis. Vergleicht man den Verlauf in den einzelnen Ländern, so endet die Kurve der signifikanten Übersterblichkeit – sofern überhaupt vorhanden – spätestens Ende Mai diesen Jahres, unabhängig von den ergriffenen Maßnahmen. Der Verlauf in Schweden unterscheidet sich in der zeitlichen Abfolge nicht wesentlich von dem in Spanien, Italien, England, oder Belgien, nur die Höhe der Kurven ist verschieden, was vielleicht mit der unterschiedlichen Bevölkerungsdichte zu erklären ist. Im Gegenteil scheint in Schweden mit der ersten Welle alles überstanden, während etwa in Belgien jetzt eine Übersterblichkeit wieder moderat hervortritt. Was bringen also die Maßnahmen, die die Wirtschaft ruiniert, aber ansonsten offenbar keinen adäquaten Nutzen haben? Und wer erinnert sich heute noch an die Schlagzeilen aus den Monaten Februar und März, als es überwiegend hieß, die Ausbreitung ließe sich nicht stoppen, sondern nur verzögern, um eine Überlastung der Notfallkapazitäten zu verhindern. Soweit konnte ich damals noch folgen.

Die offizielle Sterberate von zuletzt 3,1% laut RKI hat nicht viel mit der echten Sterblichkeit zu tun, da darin nur die positiv Getesteten einfließen. Um die echte Letalität zu ermitteln, ist eine verlässliche Schätzung der Dunkelziffer notwendig. Das RKI ging im Mai noch von einem Faktor 6 aus, also auf jeden positiv Getesteten kommen danach 5 unerkannt Infizierte. Inzwischen liegen Schätzungen nach vom RKI zitierten chinesischen Studien deutlich höher bei 1:113 und sogar bis zu 1:204. Daraus lässt sich eine echte Sterblichkeit unter allen Infizierten von 0.28% bis 0,16% herleiten, eine Größenordnung, die sich mit 0,20% konkret für Deutschland auch in einer Veröffentlichung im Bulletin der WHO vom 14. Oktober nachlesen lässt5. Belastbare Zahlen liefern Fälle, in denen eine Population vollständig – also dunkelzifferfrei – getestet wurde. In Ischgl wurde die Sterblichkeit mit 0,26%6 ermittelt, was in der Größenordnung zu der Heinsberg-Studie7 mit 0,37% passt. Beim Fleischproduzenten Tönnies wurden unter allen Mitarbeitern 1500 positiv getestet ohne einen einzigen Coronatoten8. Das passt gerade noch zu einer Sterblichkeit von 0,1%9 innerhalb dieser Gruppe, noch besser zu einer angenommenen Rate von 0,05%10 . Völlig aus diesem Rahmen heraus fällt die Region um Bergamo in Italien mit einer dramatischen Übersterblichkeit im Frühjahr. Die wirklichen Ursachen für diese Sonderentwicklung bleiben allerdings unklar.

Alle diese Studien sind nicht repräsentativ und können daher nur Anhaltspunkte liefern. Die Annahme von 0,2% für die echte Letalität bezogen auf alle Infizierte erscheint in diesem Lichte als plausibel. Die natürliche Sterblichkeit liegt in Deutschland Jahr für Jahr bei knapp 1,15%, die sich insgesamt unter Berücksichtigung anderer Faktoren auf vielleicht 1,22% Gesamtsterblichkeit erhöhen könnte. Derzeit ist in den deutschen Zahlen nicht einmal dieser moderate Anstieg zu sehen. Im Gegenteil liegt die Anzahl der Toten sogar noch unter der vergleichbarer Jahre11.

Lässt sich damit der erzwungene vollständige Kollaps der Wirtschaft rechtfertigen? Ich fürchte, dass erst die Kollateralschäden der Maßnahmen die wirkliche Sterblichkeit nach oben katapultieren. Im Mai berichteten Hilfsorganisationen hohe Zahlen an Toten in Entwicklungs- und Schwellenländern, verursacht durch die wirtschaftlichen Auswirkungen unserer Maßnahmen gegen das Virus. Alleine in Subsahara-Afrika werde es danach 6,3 Millionen zusätzliche Tuberkulosefälle und zusätzliche 1,4 Millionen Tote geben12. "Unseren Analysen zufolge könnten drei Monate lang an jedem einzelnen Tag 300.000 Menschen verhungern"13 warnte der Leiter des Welternährungsprogramms (WFP) im Mai. Weltweit nehmen wir also viele Millionen Tote in Kauf, nur um wenige Leben hier vielleicht zu retten oder etwas zu verlängern. Ist das noch fair? Wiegt ein einzelnes Leben hier jeweils tausende Leben dort auf? Leider finden sich solche Zahlen in keiner breiten öffentlichen Diskussion wieder.

Ich will an dieser Stelle diverse Meldungen in den Medien in den Kontext stellen. Fakt ist, dass in Deutschland in jedem normalen Jahr im Durchschnitt etwa 2.600 Menschen jeden Tag sterben, also in jeder Minute fast zwei Menschen. In den USA sind das um die 9.000 Tote Tag für Tag, oder mehr als 6 Sterbefälle in jeder Minute. Nachrichten, wie „Wieder hunderte Coronatote an einem Tag“ oder „In den USA stirbt jede Minute ein Mensch an Corona“ erschrecken viele Menschen, dienen aber nur der Panikmache. Genau dieses Vorgehen wurde in einem internen Papier des Innenministeriums vom 28. April schon empfohlen14,15.

Auch die ständigen Meldungen zu Neuinfektionen sind mit Skepsis zu betrachten. Die Fehlerrate bei den gängigen Tests liegt bei 1% falsch positiv (ein Gesunder wird irrtümlich als infiziert getestet) und 1% falsch negativ (ein Infizierte wird als gesund befunden). Was bedeutet das für die gemeldeten Zahlen? Wenn man 100.000 tatsächlich kerngesunde Bürger nun testet, wird man trotzdem im Durchschnitt mit diesen Verfahren bis zu 1.000 Neuinfektionen feststellen, die gar nicht existieren. Eine Meldung ist das erst dann wert, wenn man unter 100.000 Tests deutlich mehr Fälle ermittelt. Alles andere lässt sich nur als bewusste Manipulation einordnen.

Genauso sorgt der Maskenzwang für Stirnrunzeln. Noch im April warnten namhafte Institute – darunter das RKI – und Mediziner vor dem Tragen von Masken, da die mehr schaden könnten als nutzen16. Hat sich in der kurzen Zeit schon der Stand der über Jahrzehnte gewachsenen wissenschaftlichen Erkenntnis verändert? Wohl eher nicht! Nur die Politik ist heute eine andere. (Stand 01.11.2020 auf www.alles-dicht-in.de )

1EuroMOMO - Graphs and maps https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps

5Publication: Bulletin of the World Health Organization; Type: Research Article ID: BLT.20.265892 https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf

7Ergebnisse der „Heinsberg-Studie“ veröffentlicht https://www.uni-bonn.de/neues/111-2020

9Bei 0,1% angenommener Letalität liegt die Wahrscheinlichkeit dafür, unter 1500 Infizierten keinen Toten zu finden, bei 0,999 hoch 1500 = 22%, also nicht wahrscheinlich, aber durchaus möglich.

10Bei 0,05% angenommener Letalität liegt die Wahrscheinlichkeit dafür, unter 1500 Infizierten keinen Toten zu finden, bei 0,9995 hoch 1500 = 47%, also durchaus realistisch.

11EuroMOMO - Graphs and maps https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps Stand August 2020

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